Von dieser Kundenzufriedenheit können andere Branchen nur träumen: Nach einer Emnid-Umfrage fühlen sich 96 Prozent der Privatversicherten gut oder sogar sehr gut für den Krankheitsfall abgesichert (April 2010). Auch andere große Umfragen renommierter Meinungsforschungs-Institute ergeben regelmäßig Spitzenwerte bei der Kundenzufriedenheit von Privatversicherten. So kam die Forschungsgruppe Wahlen bei ihrer Versichertenumfrage 2009 im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zu dem Ergebnis, dass 90 Prozent der Privatversicherten davon überzeugt sind, gut oder sehr gut versorgt zu sein. Bei den gesetzlich Versicherten liegt dieser Wert mit 75 Prozent deutlich niedriger. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt das Allensbach-Institut für den MLP-Gesundheitsreport 2009. Hier geben ebenfalls 90 Prozent der Privatversicherten aber nur 58 Prozent der gesetzlich Versicherten an, gut oder sehr gut abgesichert zu sein. Gegenüber dem Jahr 2005 hat die Zufriedenheit der Privatpatienten demnach sogar noch zugenommen, wogegen sie bei den gesetzlich Versicherten zurückging. Und auch die Unternehmensberatung Ernst & Young kommt in ihrem Gesundheitsbarometer 2009 zu dem Ergebnis, dass sich die überwiegende Mehrheit der Kunden der privaten Krankenversicherung gut versorgt fühlen (87%).
Privatversicherte fühlen sich aber nicht nur aktuell gut versorgt, sie haben auch ein deutlich höheres Vertrauen in zukünftige Entwicklungen im Gesundheitssystem. (Bertelsmann Stiftung, Gesundheitsmonitor 2001-2009.
40 Prozent der gesetzlich Versicherten würden einer Emnid-Umfrage zufolge gern in die PKV, wenn sie es dürften. Von den Unter-30-Jährigen würden sich sogar mehr als die Hälfte für diesen Schritt entscheiden.
Diese hohe Wechselbereitschaft in die private Krankenversicherung zeigt sich Tag für Tag auch in der so genannten „Abstimmung mit den Füßen“. Im Jahr 2010 kamen netto fast 85.000 neue Kunden zusätzlich in die private Krankenvollversicherung, obwohl die zusätzlichen Hürden durch die Gesundheitsreform von 2007 bis Herbst noch in Kraft waren. Selbst im schwierigen Jahr 2007, als die Gesundheitsreform der Ministerin Ulla Schmidt den Wechsel in die Privatversicherung erstmals massiv erschwerte, indem sie eine Wartefrist von drei Jahren verhängte, war die PKV immer noch eine wachsende Branche und konnte netto 59.900 Neukunden in der Vollversicherung hinzugewinnen.
Ebenfalls ein guter Gradmesser für die Kundenzufriedenheit ist die geringe Zahl der Beschwerden von Privatversicherten beim PKV-Ombudsmann, der neutralen Schlichtungsstelle für Streitigkeiten zwischen Versicherten und Versicherungsunternehmen. Zurzeit sind es rund 6.000 pro Jahr. Bezogen auf die insgesamt mehr als 40 Millionen PKV-Verträge in der Voll-, Pflege- und Zusatzversicherung ist das eine erfreulich niedrige Beschwerdequote von gerade mal 0,01 Prozent. Solche geringen Beschwerdequoten würden sich andere Branchen in vergleichbarem Massengeschäft sehnsüchtig wünschen. Im Rahmen der ohnehin geringen Quote waren überdies nach Einschätzung des Ombudsmanns mehr als zwei Drittel der Beschwerden unbegründet.
Die insgesamt steigenden Kosten für die medizinische Versorgung machen Beitragsanpassungen auch in der PKV erforderlich. Trotzdem ist der Beitragsanstieg für die meisten Versicherten längst nicht so deutlich, wie manche Medienberichte vermuten ließen. Aufgrund der zahlreichen Tarife in den knapp 50 Unternehmen der privaten Krankenversicherung, in denen die Kunden sich jeweils für unterschiedliche Leistungspakete vom Grundschutz bis zum Luxusschutz entschieden haben, entwickeln sich auch die jeweiligen Beiträge durchaus unterschiedlich. Daher kann kein pauschaler Durchschnittswert für die Branche errechnet werden. Die in einigen Medien behaupteten „Beitragsexplosionen“ sind jedoch nur in wenigen, sehr speziellen Tarifen mit nur wenigen Versicherten vorgekommen. In einer aktuellen Emnid-Umfrage sind 68% der Privatversicherten der Meinung, dass das Verhältnis von Leistungen und Beiträgen in der PKV angemessen ist.